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​Kontakt & Vereinsobmann: Dr. Paul Stampfl,  M +43 660 485 25 04

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Genossenschaftliches Bauen als  Lösungsansatz in Zeiten von Wohnungsmangel, hohen Baukosten und teurem Bauland.

Was nenaV mit dem Konzept der neuen Nachbarschaft vorschlägt, ist eine höhere Dichte an Leben, an Kommunikation und an gemeinsamen Nutzen und Tun.

Nachbarschaften sind das Modul einer nachhaltigen und gemeinwohl-orientierten Lebensweise. In Nachbarschaften können Kreisläufe lokal geschlossen werden, hier kann man sich aushelfen, kann man seine eigene Produktivität durch Kooperation entfalten. Güter können geteilt werden, es gibt gemeinsame Nutzungen, weil Menschen näher beieinander wohnen, wenn auch nicht unbedingt miteinander. Auf jeden Fall können wir auf die Art dazugehören, die uns entspricht. 

  • Die Nachbarschaft ist eine genossenschaftlich organisierte Bau-, Wohn und Unternehmensform;

  • Sie umfasst ca. 200 Wohneinheiten und bietet rund 500 Bewohnerinnen und Bewohnern Wohn- und Lebensraum;

  • Sie verfügt über einen der Gesamtbevölkerung entsprechenden Mix an Bewohnerinnen und Bewohnern;

  • Sie ist eine verdichtete Bebauung mit verbundenen Gebäuden mit jeweils vier bis sechs Geschossen auf einer Fläche von ca. zwei Hektar;

  • Jede/r BewohnerIn verfügt über eine individuelle Wohnfläche von 20 bis 35 m²;

  • Sie bietet ein vielfältiges Raumangebot für Wohnen, Arbeiten und Kultur; 

  • Sie fördert die soziale Durchmischung und gemeinschaftliche Einrichtungen;

  • Sie bietet rund 1.300 m² gemeinschaftlich genutzte Versorgungsinfrastruktur, die es erlaubt die Grundbedürfnisse des täglichen Bedarfs selber zu organisieren. Dies kann unter anderem eine Bäckerei, Wäscherei, Bibliothek, Werkstätten für unterschiedliche Zwecke, Kinderbetreuungseinrichtungen, Lebensmittelverarbeitung oder Gastronomie beinhalten; 

  • Sie ist perfekt an den ÖPNV angebunden und bietet weitere alternative Mobilitätsformen an;

  • Sie fördert eine nachhaltigen Entwicklung gemäß den Zielen der Energieautonomie Vorarlberg;

  • Sie ist verknüpft mit rund 80 ha Landwirtschaftsland (welches nicht zwingend zusammenhängend sein muss) im Umkreis von 50 km;

  • Sie verarbeitet und verbraucht pro Woche rund sechs Tonnen Lebensmittel

Privat wohnen, gemeinschaftlich leben

Die Tür hinter sich abschließen zu können und von nichts mehr wissen zu wollen, ist kein Affront gegen die Gesellschaft, sondern ein Menschenrecht. Zusammenleben heißt nicht notwendigerweise Zusammenwohnen. Die Respektierung der Privatsphäre ist eine Bedingung dafür, dass das Mitwirken in gemeinschaftlichen Einrichtungen und Unternehmungen Freude macht und entspannt gelingt. ​In den Nachbarschaften, so wie wir sie vorschlagen, kann jeder Mensch so wohnen, wie er oder sie möchte. Möglich sind Pensionszimmer, Einraum- und  Familienwohnungen sowie Clusterwohnungen für Wohngemeinschaften – wenn jemand Lust darauf hat. Wichtig sind insbesondere eine große Vielfalt von Wohnungstypen, damit eine ausgeglichene Mischung von Generationen und Lebensformen möglich ist. Um eine Kultur des Teilens, der Zusammenarbeit, der Solidarität zu stärken und gemeinschaftliche Nutzungen nachhaltig zu etablieren, ist diese Durchmischung zentral. Auch die Größenordnung von ca. 500 Bewohnern ist entscheidend. Wenn einmal jemand ausfällt, wird so nicht alles blockiert. Ghettobildung wird vermieden. Das lebenslange Wohnen in derselben Nachbarschaft soll trotz laufender Veränderung der persönlichen Bedürfnisse möglich sein. «Wohnen im Alter» ist ein integraler Teil einer Nachbarschaft. So können wir unser Engagement langfristig planen und dessen Früchte sozusagen der Nachbarschaft «vererben». Genauso wie die Biodiversität hat auch die Soziodiversität eine ökologische Bedeutung. Wenn verschiedene Menschen in verschiedenen Lebensformen zusammenleben, können Ressourcen besser genutzt werden. So kann zum Beispiel die Gesamtfläche einer Nachbarschaft maßgeschneidert auf wechselnde Lebensphasen abgestimmt werden.